groove #91, november/dezember 2004 Lux Nigra wagt sich mit einem Release des momentan ziemlich präsenten Greg Davis auf ungewohnt experimentelles Terrain. Der Titeltrack "Diaphanous" taucht mit einer ewig im Raum stehenden, hochfrequent flirrenden Orgeltapete erstmal alles in gleißend helles Licht, um dadurch genügend Aufmerksamkeit für das Eigenleben der Slo-Mo-Staubsauger-Improvisation "Deterior" und das elektronisch generierte Meeresrauschen von "Swell" zu generieren. Drei Tracks, die ein ganz eigener, irgendwie kubistischer Ambient-Ansatz eint. ----SD
de:bug #89, februar 2005 Auf Diaphanous, dem Titelstück und gleichzeitig dem Zentrum dieser 12" Maxi, wirft Greg Davis seine Granular Patches an und lässt aus den Sounds von Kinderorgel, Klavier und Gitarre [in fact, it's just toy harmonica - piano and guitar were the basis for the other two tracks respectively] diese typischen, elegisch erhabenen Flächen aufsteigen, die aus mikroskopisch kleinen Soundpartikeln gleißend flirrende Soundwelten machen. Die Tracks auf Diaphanous haben immer die Tendenz sich selber aufzulösen und bewegen sich wie Gas in diesem Grenzbereich zwischen Greifbarem und Ungreifbarem, Festem und Flüssigem. Endlos schön jedenfalls. Auf "Deterior" rieselt dann kurz digitaler Staub aus den Boxen in die Gehörgänge und bei dem letzten Stück "Swell" geht es soundmäßig wieder in die Richtung von "Diaphanous", nur noch ein wenig weicher und sanfter vielleicht. Perfekte Musik, die dich in keine Richtung drängt, sondern dich eher da abholt, wo du dich gerade befindest. 5/5----Hendrik Lakeberg
black # 38, januar 2005 Was für eine unauffällig clevere Platte. Eingeklemmt zwischen zwei ausgedehnten Mikro-Ambient-Stücken gibt es auf einmal melodischen Noise. Donnerndes, nachhallendes Metallik-Geschepper. Bratzige Schmirgelbrocken, die mit leicht verzögerter Unwucht hin und her prallen. Ich spreche hier nicht von Japanoise oder Cold Meat Industrie Apokalypse, sondern von sinfonischem Noise, der reflektiv-poetisch in energetischen Schwaden am Ohr vorbeizuckelt. Sehr eigenartig. Sehr faszinierend. IDM mit Zinkwanne auf dem Kopf. Die sich zeitlupenartig langsam verschiebenden Ambientschleier des Eingangs- und Ausgangstracks bieten auch Kontrast, aber punkten mehr mit Auf- und Abschwellen, dem Angebot eines Ausklingens der zwischengelagerten Dynamik einer Klangeruption. GREG DAVIS kannte ich bisher nur von seiner nervigen Fitzelplatte aus der Mort-Aux-Vaches-Serie. Habe deshalb beflissen alles andere von ihm ignoriert. Sollte ich noch mal überdenken. Das hier ist ganz, ganz anderes Kaliber. Lux Nigra kann es einfach nicht lassen, seine Nase in diffuse und diverse Stile zu stecken. Cool. ----T (TM)
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