de:bug #62, august 2002 Sechs neue Tracks von Herrn Zorn, auch ein Vorgeschmack auf ein neues Album im Herbst. Zunächst treffen wir uns im "Fahrstuhl des Grauens", in dem sich gerade ein Gewitter zusammenbraut aus böse blitzenden und grummelnd angezerrten Sounds, mit skurriller Hypnosemelodie frei nach dem Dschungelbuch und aufmüpfigem Kantebass. Verwirrend das, aber dabei zu mitreißend, als dass man irgendeine Chance hätte. Gefangen also. Bei? Im? Unter? "Apnoe", einem fast schon kriminell kreuz und quer shuffelnden Dubmonster, das erstmal hundert mittelmäßige Dubhouse Platten wegschmeißt und dann tanzt. "Marianengraben" dann ist mein Hit. Eine mysteriös um die Ecke blinzelnde Melodie ist Ausgangspunkt für eine Magengrubenbassdrum und einen der wunderschönsten, melancholischsten Tracks, den dieses Jahr bisher gesehen hat. Die Streicher machen hier alles klar und im Kreis taumelt eh alles. "Wu Long Bai Wei" fängt wieder bedrohlich an zu steppen und beginnt gleich mit dem Frühjahrsputz im angestaubten Dubbusiness. Zeit wirds. Wer so langsam tanzen kann, muss sich auch nicht vor den tremolierten Gitarren fürchten. Hit, Hit, Hit! "Nie wieder Kosmos" verstehe ich nicht. Wahrscheinlich stellt sich ein Messy so Polyrhythmik vor. Nichts für mich. Dann doch lieber "Après la pluie", ein komisch sägend schiebendes Sternenguckergrillfest voll liebevoll angebrutzeltem Restgeräusch und Piano, das einen verabschiedet. Bis zum Album. Dauert hoffentlich nicht mehr lange.4-5/5 ----Thaddi
repertoire # 36, juni 2002 "Apnoe" heisst Atemstillstand und ist das zweite Stück auf der EP. Sollte dafür der "Fahrstuhl des Grauens" (Track 1) verantwortlich sein? Wenn dieser in den "Marianengraben" führt, ist der Stillstand bei zu tiefem Tauchgang wohl zwangsläufig. Im Meer kann man schon mal die Orientierung verlieren. Das passiert Zorn aber nicht. Seine 6 Tracks geben einen Halt, der einlädt zum Fallenlassen und Träumen. Und das sind für mich hier keine Alpträume, auch wenn die Titel darauf schließen lassen. Eher macht sich Erstaunen breit, wieviel Gefühl einem Laptop zu entlocken ist. Wunderschöne Barmusik, wenn es auch in dieser Stadt noch an den entsprechenden Lokalitäten mangelt. Einzige Möglichkeit: Duke (musste einfach mal gesagt werden). ----Criticale
gaz-eta january 2004 Michael Zorn to jeden z najbardziej utalentowanych muzykow, jacy pojawili sie na elektronicznej scenie w ostatnich latach. Od czasu swego debiutanckiego krazka "Tower Park", wydanego trzy lata temu przez Lux Nigra, jego tworczosc staje sie z roku na rok coraz ciekawsza. Swiadcza o tym solowe wydawnictwa ("This City Is Collapsing (But Not Tonight)" i "Cruel Summer") oraz liczne kolaboracje (Artificial Duck Flavour z Markiem Engelhardtem, No Movement No Sound No Memomories z Thaddeusem Herrmannem i Boy Robot z Hansem Moellerem).
Najnowsza plyta Zorna zawiera szesc nagran zrealizowanych rok temu. Plyta otwiera "Fahrstuhl Des Grauens" - przestrzenna kompozycja osadzona na niespiesznym rytmie i podbita klangujacym basem. Tytulowy utwor przynosi dubowe akordy wpisane w gesta strukture rytmiczna. W "Marianengraben" otrzymujemy melancholijne dzwieki klawiszy, plumkajace niczym krople jesiennego deszczu i tworzace wyciszony klimat melancholii. "Wu Long Bai Wei" skupia sie na harfowym brzmieniu syntezatorow, wylaniajacym sie z szeleszczacego tla. "Nie Wieder Kosmos" to eksperymenty z rytmem, przyjmujace finalnie forme zmieniajacego tempo breakbeatu. Caloss konczy "Apres La Pluie", w ktorym fortepianowe akordy przeplataja sie z chroboczacymi bitami. Wszystko to zanurzone w atmosferze smutku i melancholii.
"Apnoe" to najmroczniejsze dokonanie Zorna. Ale nie oznacza to, ze brakuje mu unikalnego wdzieku, charakterystycznego dla wczesniejszych dziel artysty. Jak wiadomo - tylko smutne jest piekne. ----Pawel Gzyl
black # 34, märz? 2004 Es ist schon bewundernswert, wie MICHAEL ZORN die Melodien aus den Ärmeln schmüttelt und dabei so cool den Groove voran schiebt. Es könnte ja auch in Richtung auffällig chillige Beschallung von Reiseberichten im Privatfernsehen hinauslaufen, aber nix da, ZORN baut in sich gekehrten Pop Ambient. Die zweite EP für Lux Nigra werkelt immer noch an der Schnittstelle von Dub und Electronica, wo Groove und atmosphärische Melodika zu sechs epischen Streifzügen durch urbane Weltmeere verschmelzen. Herrlich melancholische Traumfahrten in der Schwerelosigkeit unendlicher Wassermassen, die sanft vor den Küsten der Megametropolen vorüberschwappen. Die dubbigen Grooves und leicht clicksigen Beats werden diesmal von noch elegischeren Melodien abgeschwächt. Während sich der Basic Channel Groove sanft voranschraubt, hallen die angedunkelten Flächen und torkeln die Melodien graziös zwischen Wehklang und Frohsinn. Bei ZORN Tracks pulsieren die Atmosphären immer genauso stark wie die verwinkelten Beats Rhythmusketten bilden, aber alles gehorcht der unendlichen Güte der selbst-versunkenen Melodie. Wie ein emotionaler Schleier, der alle hektischen Elemente besänftigt, den Blick auf die großen Zusammenhänge öffnet, aber kurz vor dem Absturz in den dunklen Schlund der JÜRGEN FLIEGE Perma-Betroffenheit wieder freigibt. Smooth wie TIMBALAND und verträumt wie MUM, Berlin hat schon arschgeile Leute am Start. ----T (TM)
dubzone.org september 8, 2004 Dans le domaine de l'electronica d'inspiration warpienne, tout semble avoir été dit ou presque. Les disques se suivent et se ressemblent, faisant bailler l'auditeur chaque fois un peu plus large, jusqu'au moment où s'ébauchent malgré tout, au milieu d'influences pourtant manifestes, de réels instants de beauté musicale. C'est le cas dans Apnoe, un des multiples albums de Zorn (Michael, rien à voir avec John), à mi chemin entre l'Autechre du début pour les rythmiques et LFO pour les mélodies, mais qui parvient néanmoins à s'affranchir de ce pesant héritage pour développer une identité propre, genre d'électronique urbaine et mélancolique, globalement assez sombre, qui parvient à déjouer l'habituel piège du destructuré à tout prix au privilège de véritables mélodies, belles et dérangeantes. Un album qui ne dépassera probablement jamais les quelques centaines d'auditeurs malgré sa grande qualité, et c'est bien dommage. ----2D
copyright by the respective sources.