de:bug #55, january 2002 Hier kommen die neuen Superstars auf Lux Nigra. Rockin' Pony, zwei Menschen, die nicht da wohnen wo sie herkommen und irgendwas mit Israel zu tun haben, schnippseln ihre gesamte Lieblingsmusik in ihren Sampler. Da kann es dann passieren, dass ein Track mit traumhaftem Trauer-Rhodes losweint, um dann von einer Drumbox überrannt zu werden, kurz in ein Drum and Bass Monster zu mutieren, kurz Frederik Schikowski auszurauben und schließlich in Detroit erschöpft ein Bier zu trinken. Und weil alles wie im ICE im Wahnsinnstempo vorbeirauscht haben die Ponykids auch keine Angst. Vor gar nichts. Hier darf jeder Sound mal ganz nach vorne, egal wie cheesy er ist. Ganz egal. Freundlich sprudeln hier die Ideen und man will mehr. Jeder Track ein Hörspiel. Wer macht die Cartoon-Serie? Träumerisch bollernd kommt der Winter aus Israel. 4-5/5 ----Thaddi
yot #19, feb/mar 2002 Diese Platte ist definitiv nett. Freundlich. Hell. Nett meint hier nicht okay, sondern eine Umarmung wert. Elektronische Musik mit verspielten Melodien. Auf Plinkeriges und Zurückhaltendes werden hier schon mal teilweise an 80er Jahre extended versions erinnernde Drumbeats (bangclapbangclapclap und so) draufgeschraubt. Da passt dann auch das Blumenmeer im Inneren des Klappcovers wie das Casio zur Melodie. Die zwei Herren orientieren sich dankenswerterweise an nichts als an sich selbst und sind höchstens noch mit den Freundlichelektronikern Raven Rec. vom letzten Monat vergleichbar. Ich mix mir mal schnell ein Quench. ----René Margraff
raveline 02.2002 Mit dem Anspruch, zeitgenössische und elektronische Musik jenseits des massenkompatiblen Charakters zu veröffentlichen, zeigt sich auch bei diesem Release zweier in Israel aufgewachsener Künstler eine stark abwechslungsreiche und temporäre Auskopplung humorvoller DownTempo-Tracks mit nicht eindeutig zu kategorisierendem Flair: zartschmelzende Jazz-Rhodes-Klänge, digitale Filterwelten, verfrickelt ver-funk-störte Drumpatterns, paradiesische Klangwelten von vollendeter Schönheit schielen leicht akzentuiert auf Ovucanische Rephlexe. Klassische Instrumentalisierung, hochinteressante Arrangements und eingängige Melodien verketten NuElektronika mit warpoiden Klangexperimenten, um so die perfekte Muzak zum eigenen Film on Druqks zu liefern, nicht ohne amüsiert im Kitsch der 80er Popwelten zu landen. Modernmuzak at its best. 6/6 ----Chris
elektric magazin #53, feb. 2002 Erstens: Das vorliegende Album ist sehr abwechslungsreich und mit vielen Überraschungen versehen. Zweitens: Es ist sehr experimentell und klingt mal instrumental, mal elektronisch. Und drittens: die Atmosphäre und Ausstrahlung ist überwiegend positiver Natur. Bleibt nur noch zu sagen, dass die Produzenten Michael Drumz und Alexander (Sasha) Rozet gerne erwähnen, dass sie während der Fertigstellung dieses Albums sehr viel gegessen haben, ständig am einkaufen und futtern waren. Manch einer wird sich fragen ob es sich bei dem Laden vielleicht um einen sogenannten Growshop gehandelt hat und es sich bei dem Verspeisten vielleicht sogar um kuriose Pilzgewächse handelt, aber da muss ich jene leider enttäuschen. So eine geile Musik kann man auch, und wahrscheinlich nur, ohne Drogen machen. Yepp! Kaufen (vor allem Mouse on Mars Fans)!! ----JN
repertoire # 32, februar 2002 'Drauflosgejammt und ab über die blumige Sommerwiese' ist vielleicht ein sehr passendes Motto für die acht [?] Tracks dieser 12", die allesamt sehr verspielt sind, mit einer Extraportion Unbeschwertheit aufwarten und gute Laune verbreiten, als kenne die Welt nichts Böses. Rockin' Pony sind ein Duo aus Israel, was ja schon für sich mal interessant sein kann, hört man doch wenig elektronische Musik aus diesem Land. Sie bezeichnen sich selbst als 'Electronic Band Project'. Das passt ziemlich gut. Kein Gefühlsausbruch muss dem Hörer irgendwie peinlich sein, so niedlich sind die Arrangements, quietschen und bruzeln die Synthies um die Wette auf der Suche nach dem knuffigsten Sound. Und toppen sich dabei ständig selbst. Das sind richtige Songperlen und keine Tracks, vieles passiert in kurzer Zeit, eine kleine Rockerbassline erscheint und macht dann aber doch gleich wieder Schluss, weil der Synthesizer gerade wieder eine super Idee für die Melodie hatte. 80er Electropop trifft auf Bläsersätze und andere schräge Sachen. Sehr freundliche Musik von bestimmt wahnsinnig netten Leuten. Wie Plaid im Glückshormonüberschuss. ----nanobot
kölner stadtillustrierte, march 2002 this review continues from here. Weniger dezent gibt sich das israelische Duo Rockin' Pony: Galoppierender Wahnsinn kommt einem auf diesem Vinyl-Album in Form von 10 rumpelnden Stücken zwischen Easy Listening und Kinderkanal-Musik entgegen. Da braucht's zuweilen starke Nerven. ----chm
beam me up 03/2002 Michael Drumz und Alexander Rozet kommen aus Israel, sind in Russland geboren, und veröffentlichen als Rockin' Pony mit der 12" "Hello" ihr Debutalbum auf Lux Nigra. Wenn man das Cover aufklappt, ist innen nichts weiter als eine Blumenwiese zu sehen, mit Gewächsen die Margeriten ähneln; einige davon sind blau oder rot eingefärbt [?]. Der Frieden ist krass und grobkörnig. Darin verpackt: semielektrisches Material, das sich Standardkategorien verschließt. Rockin' Pony arrangieren virtuos, ohne akrobatisch zu sein. Sie sind unaufdringlich in der Präsenz. Die Musik wird nirgendwo glatt, nirgendwo ausschweifend; Gleichgültigkeit scheint den Beiden ebenso fremd zu sein wie Aggressivität. Hier sind eindeutig Musiker am Werk und nicht bloß Handwerker. Mit "Hello" liefern sie ein Album ab, das selten gut ist, weil: meistens ist es besser als gut. ----Leonhard Lorek
uzine 02.08 A gatefold - now that's a rare thing in these circles! Musically, we get elegant new electronica - gently rhythmic IDM with fascinatingly fresh fusion influences. This albumette definitely shows some talent but imho the sound isn't quite there yet, compositionwise nor productionwise. And what a silly name this promising Russian-Israeli duo, which resides in Israel and the UK, have chosen themselves! Ten tracks; favourite one: "Kot". 3/5 ----pv
side-line #39 april 2002 Lux Nigra sticks its nose in everything it seems. This time they unearthed an easy listening, jazz, electronica hybrid. Elevator music for corduroy fans. Muzak for Kraftwerk disciples. Drum'n'Bass for xylophone winos. Tomita as bar pianist on the Love Boat. Sometimes a Warp influence shines through, but the jazzy airiness and unobtrusive melodiosity has a dusty 70's feeling about it, yet full with digital impurities, contemporary breaks and rhythms, which make the whole shebang very interesting. A daring, in equal parts kitsch and avant-garde enveloping affair. Lots of fun. ----TTM: 7
black # 27, april 2002 Lux Nigra hat die Finger aber auch in allen Töpfen. Diesmal haben sie einen Easy Listening Jazz Electronica Hybriden rausgekramt. Fahrstuhlmusik für Kordhosenträger. Muzak für Kraftwerkianer. Drum'n'Bass für Xylophonschnapsnasen. Tomita als Barpianist auf dem Love Boat. Manchmal kommt ein Warp-Einfluss durch, aber die jazzige Lockerheit und unaufdringliche Melodiösität hat immer etwas von 70er Verstaubtheit, aber trotzdem voller digitaler Unsauberkeiten zeitgenössischer Bruchstellen und Rhythmen, die alles sehr interessant werden lassen. Ne gewagte, weil zu gleichen Teilen kitsch- wie avantgarde-affine Mixtur. Viel Spass. ----TTM
crime pays, may 17, 2002 Rockin Pony are truly an international operation. The duo are stationed individually in London (via Russia) and Israel, yet still manage to combine their skills together to make one of the best examples of abstract electronica ever created.
'Hello' is their debut full-length release, but judging by the immense depth and quality of the music here, you'd suspect they would've had much more experience than they really have.
Their music flows with such elegance, not one beat, sound or tone is out of place. Songs evolve and grow organically, ebbing and flowing with such an adept technique, like 'Tookies', which begins with an almost Boards Of Canada-like ambience, albeit with busier rhythmic touches. Slowly the patterns grow, the harmonies start gaining ground and take on an abstract structure and before long a song that started by tugging the heartstrings is by the end getting your body moving with its chunky 80s bass-stabs and aggressive rhythm.
This is one of many examples of Rockin Pony's mastering of structure and harmony. From the Plone-like busy playfulness of 'Lullaby' to the far-east tinged electro-opulence of the album's title track, 'Hello' is a true undisputed benchmark, an unrecognised classic that has every possible element you could ever desire. ----Andy Brown
kaktus #10, 05?/2002 Pod pseudonimem Rockin' Pony kryje sie dwoch rosyjskich emigrantow mieszkajacych na stale w Izraelu - Michael Drumz i Aleksander Rozet. Pracuja razem od 1998 r. i minialbum dla wytworni Lux Nigra jest ich pierwsza powazniejsza wypowiedzia. Na krazku znajduje sie 10 kompozycji utrzymanych w klimacie subtelnego ambientu i melodyjnego easy listening. W muzyce duetu nie brakuje elementow jazzu i funku. Duza role odgrywaja na plycie eksperimenty z rytmem - czesto jest on przesuniety w tlo, gdzie wspolnie z samplami i dzwiekami elektronicznego instrumentarium staje sie elementem skladowym niebanalnych melodii. Calosc sprawia niezwykle sympatyczne wrazenie. To kolejny udany debiut mlodych wykonawcow w pamach berlinskiej oficyny Lux Nigra. ----pawel gzyl
auf abwegen #32, spring 2002 Rockin Pony könnte eine der brillantesten Neuentdeckungen der Electronica-Szene sein. Das Duo aus Israel bastelt auf seinem Debüt an einem Sound, der sich irgendwo zwischen Easy-Listening-Unbekümmertheit, verspielten Jazz-Einlagen und 80er Produktionsgags einsortiert. Diese Scheibe hätte auch bei Ninja Tune erscheinen können, ähnlich ist die Atmosphäre. Die Band stolpert von dunklen Momenten über euphorische Stunden in Bars hinein in verkaterte Sonntagmorgende. Fluffy. ----Zipo
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