muzik # 78, november 2001 The recently renamed city of Chemnitz in the former East Germany (the Karl Marx Stadt of the title) apparently boasts a thriving hardcore/breakbeat scene. This is a snapshot of its less rave-based, more experimental side. It'll hold few surprises for Aphex Twin aficionados (but then neither does the new Aphex album), but as befits its namesake, it has energy and attitude in spades, not to mention a brilliant gabba track. Braindancers of the world unite! ----tom mugridge
black # 26, dezember? 2001 Aus der Plattenbau-verseuchten ostdeutschen Karl-Marx-Stadt, ehemals und jetzt wieder Chemnitz, hätte ich am wenigsten erwartet, Zeichen musikalischer Umtriebigkeit zu bemerken. In Chemnitz steppt aber mittlerweile der Bär mit starken Hip Hop, Techno und Hardcore/Punk communities. Lux Nigra beleuchtet im speziellen die Breakcore Szene der Stadt und stößt dabei auf einen zentralen Angelpunkt, Christian Gierden, der an fast allen Tracks der Platte beteiligt ist. Entweder allein, als Teil der Society Suckers oder in teilweise noch unbekannten Kollaborationen. Die Zuordnung ist sowieso nicht möglich, da nur Tracktitel aber keine Bandnamen verzeichnet sind. Als einzig Außenstehender wird im Pressetext noch Geroyche genannt. Dessen noisiger Groove Smasher setzt dem sowieso extrem hörenswerten Sampler mit seiner klangexperimentellen Wucht die Krone auf. "Theorie und Praxis" hat das Zeug zum Dancefloor Hit im Breakcore wie im Industrialbereiche. Stilistisch ist man weit gefächert, von Breakbeat und Gabba zu Techno und Breakcore ist fast alles (rhythmische) von 1997-2001 vertreten. Standard und Experiment gehen Hand in symbiotischer Hand auf dieser Platte. Härte und Filigranität, Dunkelheit und Fröhlichkeit einen die verschiedenen Tracks. Spinett und Rhythmbox wetteifern um den größeren Effekt, Asienpop und Verzerrung um die meiste Aufmerksamkeit. Klasse. Mal sehen, was uns ein Wilhelm-Pieck-Stadt-Guben oder Eisenhüttenstadt-Sampler bringen würde. ----T (TM)
repertoire # 28, oktober 2001 Grandiose Platte voller harscher, krachiger Elektronik zwischen Breakcore und Electro aus Chemnitz(!). Dreh- und Angelpunkt ist Christian Gierden, der solo und mit Kollaborateuren für fast alle Tracks hier verantwortlich ist und als eine Hälfte der "society suckers" zur Breakcoreszene zu rechnen ist. Die Stücke entstanden im Zeitraum 97 bis 01 und fahren ganz schön rabiat durchs Zimmer, ballernde, komplexe Drums bestimmen das Bild, was selten in Lärm endet, auf jeden Fall hoch energetisch und ziemlich mitreißend ist. Dazu kommt die eine oder andere Plinkerei auf den Retrokeyboards. Sehr slammend, intensiv und unverkopft experimentell. ----nanobot
soma 28.9.2001 Das vereinende Element dieser Platte ist die Herkunft der Künstler. Ja, lieber Rätselfreund, Karl-Marx-Stadt lautet die richtige Antwort. Musikalisch ist die Platte aber sehr breit gefächert - von Ambient, Elektro über experimentelleren Drum&Bass bis hin zu einem Technostück ist alles vertreten. Die Platte ist wirklich sehr abwechslungsreich und keineswegs langatmig. Qualität aus heimischen Anbau - oder um es in der Sprache diverser Supermärkte auszudrücken: "kauft sächsisch". Außerdem ist der Mann des Namen die Stadt früher trug die heute Chemnitz heißt mit seinem Konterfei auf dem Cover verewigt, passt also gut zu den alten Büchern im Regal. ----n.n.
popkomm.de 28.9.2001 Experimentell im besten Sinne des Undergrounds ist der "Breakcore" auf dem Album "Karl Marx Stadt". Hinter den "Various Artists" verbirgt sich Christian Gierden, mal allein, mal im Duo mit wechselnden Partnern, u.a. als "Society Suckers"[, sowie Tamas Novak als Geroyche]. Punkiger als Aphex Twin, aber experimenteller als Alec Empire gibt's hier nicht nur Breakbeats.
Eher vereinigt die Tracks ihre harsche Rohheit. Rabiat treffen die internationalen Stile aufeinander: Orientalischer Singsang und holländischer Gabba bei "Optime Prior", bei "Nowhere at Home" trägt der gerade Beat eher in den teutonischen Rave-Underground. "NSK2 Squids" verhackstückt Latino-Charts-Klänge mal ganz anders und das hinreißende "Moonie Moonstone" fügt einer ausserirdisch relaxten Orbital-Session einen attraktiven menschlich-irdischen Feel hinzu.
Eine erfrischende Abwechslung von verkopften bis uninspirierten, charts-ähnlich weichgespülten Tech-House-Produktionen. Schön, dass der Underground lebt, so abwechslungs- und energiereich! ----Martin Böttcher
dziennik polski 8 listopada 2001 Do 1989 roku miasto Chemnitz lezace we wschodnich Niemczech nazywalo sie Karl-Marx-Stadt. Berlinska oficyna Lux Nigra opublikowala kompilacje zawierajaca kompozycje artystow zwiazanych z tym miastem. Zawiera ona nagrania utrzymane w roznej stylystyce: od ambientu, przez techno, po drum&bass i breakcore. Wszystkie nagrania maja jednak wyrazne pietno miejsca, w ktorym pwstaly - sa mroczne i agresywne. To wyraz frustracji ludzi, na ktorych zycie cien rzucil komunistyczny totalitaryzm. ---- Pawel Gzyl
groove #7 (sweden) 10/2001 Karl Marx Stadt är en vinylsamling med låtar av några anonyma artister från den östtyska staden som numera heter Chemnitz igen. Åtta spår i stilar som techno, jungle, melodisk electro... alla med ett lite brutalt kaotiskt drag som känns fräscht och spännande. LP:n blir bättre ju mer jag lyssnar på den. ----Henrik Strömberg
electronic art network 11/2001 Die teilweise retrolastigen Tracks wurden zwischen 1997 und 2001 produziert. Stil? Ja nun... das ist schwer "we just call it rave" ist deren Aussage. Ich würde das Trashcore nennen aber ist ja auch egal wie man es nennt. Jedenfalls finden sich neben Elektrobeats oder technoiden Anleihen interessante drum.n.bass Frickeleien wieder. Die sind zwar nicht von guter Qualität und überhaupt nicht clubtauglich, aber dennoch sehr innovativ und kein Abklatsch. ----nag champar
elektric magazin #51, dec. 2001 Dass dies noch geschieht. Man oh man - sprach der alte Mann. Ich muss dieses Werk immer noch verdauen. Fangen wir mal an. Also, das Label kommt aus Berlin, ist ja noch ok. Die Jungs von Geroyche kommen aus Chemnitz. Im Info steht geschrieben, dass es sich hier um eine Art musikalische Zusammenführung handelt, und jetzt kommt's: Aus so harmonisierenden Bereichen wie Frenchcore, Drum&Bass, Electro undundund... auf jeden Fall ist alles willkommen, was knarzt und knistert, hämmert und poltert und schlicht unromantisch klingt. Eine Art Reise, stimmt schon. Tip für some Players und Hardedgers sind: Theorie und Praxis [Nowhere at home?] - verweist an die technoiden Anfangstage und Vgamz [Optime Prior?] - klingt so, wie ihr das jetzt gelesen habt und ist die beste Rache für den nach euch spielenden DJ, der geht noch mal zur Bar. Ich schwörs. ----Ronny Seifert
side-line #38 jan./feb./march 2002 The East-German city of Karl-Marx-Stadt, prior to this and now again called Chemnitz, with its architecture infested with sleeper city style buildings from the 70s and 80s is the last place I expected musical activity. Yet, Chemnitz is home to virulent Hip Hop, Punk/Hardcore and Techno communities. Lux Nigra sheds light on the burgeoning Breakcore scene and hit on one focal point, Christian Gierden, who is involved in almost every track on this comp. Either by himself, as part of the Society Suckers or as member of yet unnamed new collaborations. Any assignment is impossible due to an inexistant band list, only track titles are available. The only other contributor mentioned in the promo blurb is Geroyche. Their noisy groove smasher is the last jewel in the crown of this recommendable compilation of crushing sound-experimental and rhythmical impact. "Theorie und Praxis" has all ingredients for a dancefloor favourite in the breakcore and industrial scene alike. Stylistically this comp is broad. Ranging from Breakbeat and Gabba to Techno and Breakcore, almost anything (rhythmical) from 1997-2001 is represented. Standard and experiment join in symbiotic union. Heaviness and delicacy, darkness and jollity unite the different tracks. Harpsichord and rhythm box vie for most effect, Asia pop and distortion for most attention. Brilliant. I'd like to know what a Wilhelm-Pieck-Stadt-Guben or Eisenhüttenstadt compilation could unearth. ----TTM: 9
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