orkus 09/2001 Nichts führt um die schlagende Erkenntnis herum, dass wir es hier mit einem absoluten Electro-Opus zu tun haben, das in keiner Plattensammlung fehlen sollte. Vertrackte, aber trotzdem groovige Breakbeat-Rhythmik, industrielle bis ambiente Klanglandschaften, ironische Melodien, wahnwitzige Sample-Ideen und noch vieles mehr erfreuen auf 2001 das Herz des Elektronikfreundes. Produzent Martin Damm schreckte auf dem neuesten Release seines elektroiden Alter Ego nicht einmal davor zurück, die Microsoft Windows-Startfanfare oder Latino-Trompeten zu futuristischen Electronica-Hymnen mutieren zu lassen. Der Name ist im übrigen Programm. 2001 baut während seiner 17 Tracks eine extrem dichte, apokalyptische Science-Fiction-Atmosphäre auf, die jedem einschlägigen Manga oder Terminator-Klan gut zu Gesichte stehen würde. Dagegen wirken selbst die effektvollen Electro-Phantasien eines Anthony Rother wie erstes Anfängerglück. 10/10 ----Alexander Maciol
groove (sweden) 09/2001 Martin Damm har gjort musik i mer är tio år, i stilar som trance, gabba, ambient och electro. Just electro är närmast vad han presenterar på 2001, med utflykter mot både industri och techno. Electro har ju alltid varit en ganska oföränderlig musikgenre, och det är inte utan att en angenäm retrokänsla infiner sig när man lyssnar på albumet. Här finns också modernare ljudbilder, som drill'n'bass-galna Knobgine till exempel. 2001 är ett väl avvägt och väldigt trevligt album för alla som gillar elektronisk dansmusik. ----Henrik Strömberg
rifraf 09/2001 Hoewel tal van elektronika-producers terugkeren naar analoge geluiden, akoestische instrumenten of songstructuren, voelt Biochip C. zich kiplekker in hoogtechnologische atmosferen waar strakke, digitale klanken de plak zwaaien. Martin Damm kende u misschien al van zijn werk op Mono Tone, Mille Plateaux of Force Inc. De minder gelukkigen hebben misschien zijn hardcore gabba-platen in huis, een onfortuinlijke misstap die we Damm op basis van deze plaat vergeven. '2001' heeft immers bijzonder verfijnde elektronica in huis, variërend van vlijmscherpe techno-elektro vol kille computerstemmetjes tot catchy underground experiment. Als deze laatste categorie contradictorisch klinkt, luister dan eens naar 'Still on a mission' dat een nietsvermoedende hiphop-track heeft leeggezogen om het karkas op te vullen met knetternde chips. '2001' is niet alleen een jaartal maar nu ook de interessantste kortsluiting van het moment! ----svs
beam me up 09/2001 Holla, Techno-Geschichte galorest! Martin Damm hat als Speedfreak die Gabba- und Hartkern-Fraktion ordentlich durchgerüttelt, als Biochip C. zahllose "Hits" hinterlassen und in den letzten zehn Jahren mehr als 200 (!) Platten auf Labeln wie Force Inc., Mille Plateaux, Mono Tone und natürlich auf seinem eigenen Outlet Shockwave veröffentlicht. Nach zwei Jahren Albumpause nun zurück mit einem Electromonster, weitgefächert wie die Hölle, upfront rockin' Zeug. Industrial Ambient kriegt verspulte Break verpasst und DIESE Electro-Beats kicken Arsch. Oh Mann, heftig. Was macht der Kerl da, das ist ja nicht zu fassen. Ganz vorn. Platte des Monats. ----haus
raveline 09.2001 Martin Damm kann nicht nur auf eine bewegte, von zahlreichen Veröffentlichungen (Mille Plateaux, Force Inc., Shockwave, Mono Tone) geprägte, Musiklaufbahn zurückblicken, sondern lässt darüber hinaus in seinen verschiedenen Pseudonymen eine große Stilvielfalt durchblicken. Mit Biochip C. erklärt er sich der experimentellen Seite der Elektronik hingezogen und entwirft auf 2001 einen apokalyptischen Soundtrack des Space Ages. Hämmernd, pochend, schneidend und schwebend jagen Beats wie Laserschwerter durch den geschlossenen Raum und verkünden nichts gutes. Ein wenig anstrengend, der kleine Elektro-Krieg, obwohl die Töne nie wirklich beängstigend aus der Harmonielehre fallen. Wahrscheinlich passiert da zuviel auf einmal: Aliens im Kopf und Soundgewitter im Ohr - fehlt nur noch das passende Computerspiel, der Soundtrack existiert bereits. 4/6----veg.b.
groove online 10/11.2001 "2001" ist gleichzeitig ein lapidarer (Erscheinungsjahr) und ein verweisträchtiger (Kubrick-Film usw.) Album-Titel. Wir sind in der Zukunft der Vergangenheit angekommen. Aber was haben pophistorische Vorstellungen von Zukunft, die vergangene Gegenwartsmusiken prägten, noch mit der aktuellen Gegenwart zu tun? Biochip C. übersetzt Impulse dieser Frage in musikalische Dynamiken und steuert zwischen Retro und Recycling ganz unaufdringlich in überraschende ästhetische Verbindungen und Verknüpfungen. Melancholie und Humor fallen im Prozess einer vorsichtigen Justierung neuer Herausforderungen zusammen. Während erprobte Beat-Patterns fließende Transformationen durchlaufen, tauchen vertraute Soundwelten von Acid, Electro und Drum'n'Bass im großen Zusammenhang einer experimentellen Versuchsanordnung nochmal anders auf. Wie reagieren Überbleibsel spezifischer Clubmusiken in einem assoziativen Brainstorming voller subjektiver Twists und Brüche ins unspezifisch Offene? Wie verändern rhythmische Mikroinnovationen im Fokus den Stimmungsimpact von mitunter recht konventionellen Score-Motiven im Hintergrund? Wie könnte eine Schnittmenge von Gigolo und Mille Plateaux klingen? ----Frank Geber
black # 25, august? 2001 Kleinster gemeinsamer Nenner dieses überdurchschnittlichen Albums ist Elektro. Es puckert und bollert, schlechthin Maschinenrhythmik der analogen Provenienz. Bei Biochip C. aber mutiert und fusioniert das in alle Richtungen. Click'n'Cuts, Ambient, Industrial, Acid, Gitarrensamples, Rephlexologien und Warpismen geben sich die Klinke in die Hand. So eklektizistisch und abwechslungsreich mag ich das. Leute mit Grenzen und Genrecharakteristika im Kopf gehen mir sowieso auf den Docht. Martin Damm, alias Speed Freak und eine ganze Reihe von anderen Synonymen (u.a. auch die geniale Steel Veröffentlichung auf Mille Plateaux), ist bei seinem Biochip C. Projekt angenehm experimentell und weit entfernt von seinem Hardcore/Gabba Hintergrund. Epische ausladende Ambientsphären wechseln sich mit minimalen Roboterfunk ab. Trockene Rhythmusgeflechte überzogen von naiven Melodien wabern und schwingen durch spacig-kalte Klangwelten, um im richtigen Moment voll durch zu rocken. 17 knuffige Tracks, die auf der Tanzfläche abgehen können, mehr aber zum befremdlich beruhigenden Zuhausehören animieren. Kopfnickerbeats und Fingertrommler für die Sci-Fi Elite daheim. Absolut empfehlenswert und ein weiteres Perlchen in der immer strahlenderen Krone des ambitionierten Berliner Lux Nigra Labels. ----T (TM)
side-line #37 oct./nov./dec. 2001 The lowest common denominator of this strong album is electro in the European sense. It throbs and pulses, stutters and marches along, simply machine rhythmics of the analog kind, although in the case of Biochip C. it mutates in all kinds of directions and fuses with all sorts of styles. Click'n'Cuts, ambient, industrial, acid, guitar samples, rephlexologies and warpisms take turns and the album's eclecticism and diversity is instantly endearing. People full of limits and genre tunnel vision get on my nerves anyway. Martin Damm, aka Speed Freak and a bunch of other synonyms (among others the outstanding Steel release on Mille Plateaux), is pleasantly experimental in his Biochip C. project and far removed from his hardcore/gabba background. Epically sweeping ambientspheres run into minimal robot funk. Dry rhythm patchworks coated with naive melodies waft and float through space-cold soundscapes just to rock out in the right moment. 17 great tracks, able to shake the dancefloor, but more geared towards a strangely soothing home listening trip. Head nodders and finger tappers for the sci-fi elite at home. Absolutely recommendable and another gem in the succeedingly more radiant crown of the ambitious Lux Nigra label from Berlin. ----TTM: 7
neural october 30, 2001 Parte centrale di una trilogia la cui prima realizzazione è datata novembre 2000, questo album di oltre 70 minuti è un'escursione fra i suoni da coin-op riadattati per il vostro lettore compact. Pur nominato '2001', il CD pare avere lo sguardo rivolto al passato, ai suoni da pistola a raggi laser ed alla musica underground di qualche anno fa. Sebbene capace di giocare con la parte ritmica, in molti brani non mostra le reali differenze con una qualsiasi produzione elettronica fatta in casa. Più di 200 collaborazioni e ben 14 album a suo nome non sembrano aver giovato all'ispirazione di Martin Damm, e particolarmente spiacevoli sono 'Not-so-clean' con le sue chitarrone metal stile 'Terminator 2' ed il remix di 'Adrenalin', mentre riuscite solo a metà sono 'Sunblocking' e 'Space' nel loro apparire troppi 'orbitali'. D'altro canto rimaniamo piacevolmente sorpresi in 'C-machinery' con la sua battuta dritta ma ibrida; nelle ispirazioni bisbetiche di 'ReaKtion'; nella particolare entropia poi riportata all'ordine di 'Charlie's aliens'; nell'ottima 'Bohnenhuelsen', quasi una registrazione di corpi estranei in caduta; nell'imperdibile finale in lingua giapponese. Si rimane perciò un po' amareggiati e convinti che una maggiore selezione del materiale avrebbe reso il risultato di alto livello. ----Michele Casella
intro # 89, november 2001 Ein alter Bekannter findet zurück in die Elektro-Galaxie. Martin Damm alias Biochip C. hat eigentlich mit jeder seiner Veröffentlichungen die Grenzen der vielen Genres, in denen er zu Hause war, erweitert, egal, ob ihn seine Arbeit in Gabba-Gefilde oder zu mille plateaux getragen hat. Nach zwei Jahren gibt es jetzt wieder Funkkontakt. Biochip C.s neues Album heißt "2001", eine Jahreszahl, die, ähnlich wie "1984", für eine vor langer Zeit fiktionalisierte Zukunftsvision steht. Jetzt sind wir, zumindest auf dem Papier, endlich dort angekommen. Aber die Uhr tickt weiter. Was nun? Während manche immer noch in den 90ern denken und deswegen nicht über das platte Zitieren der 80er hinauskommen (bzw. mit einfallslosen Retrozismen auf den Plan treten, um aus einem schon lange verlassenen Jahrzehnt noch ein klein wenig Bares zu saugen), geht Biochip C. ungleich reflexiver vor und bastelt verschiedene Zukunfts-Fokussierungen aus Film, Funk und Elektro zu einem komplex verschachtelten Dancefloor zusammen, der hauptsächlich von knirschenden Stahlscharnieren, Metalgitarren und anderer, ziemlich irdisch scheppernder Mechanik auf Laufen gehalten wird. Ladies and gentlemen, the future is... now. ----Hendrik Kröz
dziennik polski 25 pazdziernika 2001 Kolejna nowosc z berlinskiej wytworni Lux Nigra - tym razem jest to nowy album Martina Damma ukrywajacego sie pod pseudonimem Biochip C. Plyta zawiera bogato zaaranzowane techno z elementami electro i industrial. Najwazniejszym skladnikiem tej muzyki jest rytm - kazdy utwor posiada zupelnie inna jego strukture. Niektore nagrania przypominaja karkolomne "polamance" charakterystyczne dla wczesnych produkcji Aphex Twina. Mimo to nie ma mowy o wtornosci - calosc brzmi oryginalnie i interesujaco. ---- Pawel Gzyl
igloo november 01, 2001 Martin Damm has made music for more than ten years, in styles like trance, ambient, gabber and electro. And electro is the theme for 2001, branching out towards both industrial noise and techno. Electro has always been a rather unchanging music genre, and a pleasant retro feeling may well infuse the listener of the album. There are also more modern soundscapes, witness the mad drill'n'bass track Knobgine for example. 2001 is well crafted and very enjoyable album for anyone who likes electronic dance music. ---- Henrik Strömberg
go october 2001 El electro, mayormente, es lo que tiene, que ya no le hace caso práctimente nadie. Considerado -una vez más- un sonido anacrónico, ni tan siquiera sirven recopilaciones como el "World Service" de Dave Clarke para llamar la atención soble los caminos -válidos, valientes- que el robotismo más de hueso pelado está emprendiendo a día de hoy. Y es que, estigmatizado por la estética ochentas sin piedad, al electro ni siquiera se le deja margen para reclamar lo suyo sin atender a la seriedad que se predica desde según qué rincones. ¿Qué es lo suyo? Pues, por ejemplo, escuchar los zarpazos robopop de Adult en el sello Ersatz Audio es lo suyo, o, vayamos al meollo, la deconstrucción que impone el label alemán Lux Nigra y, para el caso, este Biochip C que se sale de mala manera abstrayéndose del etorno, disfrazándose de Phoenecia y metiéndole cuerdas expresionistas ("Strinkz") y riffs trash-metal ("Not So Clean") a unos patrones sucios y desfigurados, a unos esquemas sin esquema y el latir de la ciudad bulliciosa, no en los States, que es lo que se llevaba antes, sino en Ganímedes, que es lo que se debería llevar por estas fechas. Este electro es lo que tiene. ---- Javier Blánquez
gonzo circus #51, 11/2001 Zeggen dat Martin Damm al heel wat watertjes heeft doorzwommen, is een understatement van formaat. In de ruim tien jaar dat hij op meer dan 200 (!) platen te horen, waaronder 14 solo albums. Daarbij beperkte hij zichzelf niet tot één genre, maar zapte hij moeiteloos van de ene elektronische variant naar de andere. Op uiteenlopende labels als Mille Plateaux, Force Inc., Mono Tone en Anodyne gaf hij zichzelf over aan onder meer industrial, hardcore techno, acid, elektro en ambient. De meeste faam kreeg hij niettemin als Speed Freak, zijn toepasselijk getitelde gabberproject. Die dagen liggen (gelukkig) al een tijdje achter hem zodat de klemtoon nu ligt op zijn meest veelzijdige project Biochip C. De ritmes zijn nog steeds alomtegenwoordig en behoorlijk fucked up, maar tegelijkertijd is er af en toe ook plaats voor breed uitwaaierende melancholie ('Space (Version 2)', 'Fear F-Act') en cinematografische sfeerschepping zoals in het epische 'Futile'. Helaas zijn die momenten te zeldzaam om de eindbalans positief te doen uitslaan. '2001' heeft daardoor de neiging om snel te vervelen, zeker wanneer meer dan vier nummers achter elkaar worden gedraaid. 72 minuten wordt dan wel echt een zware domper. ---- swat
de:bug #54, december 2001 Biochip C. war früher mal Inhouseproducer bei Force Inc. und immer für jede Genreschandtat bereit. Dann entwickelte er sich zu einem meist rabiaten Elektroproduzenten soweit wir das verfolgt haben und hier zeigt sich das im Gemisch mit Synthesizerambiente in vielen Flächen zu Kraftwerkgeknatter, ohne dass es wirklich, trotz einiger gut gemeinter Experimente, aufregend, stilistisch klar oder sonstwie herausragend wäre. Musik die klingt, als müsste das viele Equipment einfach zu irgendwas benutzt werden. 2/5 ----Bleed
auralsex #2, december 2001 Habe seit seiner letzten Do-LP auf Force Inc. 1998 nichts mehr mitbekommen und war äußerst gespannt auf sein neues Werk: Es ist ihm mal wieder gelungen den typischen Biochip C.-Stil auf die Höhe der Zeit zu transportieren. War die letzte Platte doch recht Hiphop-beeinflusst, so geht es hier wieder "back to the roots" verstärkt in die Electro-Techno-Richtung. Werden am Anfang eher die Dancefloor-orientierten Stücke aufgefahren, so werden gegen Ende zu die Tracks ruhiger und das Album entwickelt sich mehr zu einer Listening-Angelegenheit; teilweise recht verträumt aber - wer hätte auch anderes erwartet - ohne in dämlichen Trance-Kitsch zu verfallen (Herr Damm hasst nach wie vor Trance-Techno wie die Pest), sondern eben stilvoll. Er hat es schon wieder geschafft - diese Platte setzt Maßstäbe und dürfte wohl zu den wichtigsten Techno-Veröffentlichungen dieses Jahres zählen. ----LFO Demon
tendance online, december 2001 Sehr schwierig wird die Einordnung des neuen Biochip C.-Albums. Würde man die früheren Arbeiten des Herrn am ehesten unter Electro einordnen, geht er hier eine ganze Stufe weiter. Zwar sind durchaus öfters noch electroide Strukturen zu erkennen, doch sind diese entweder in recht ungewöhnlichen Tempi oder auch sehr verschachtelt arrangiert und/oder aufgebaut und erfordern ein konzentriertes Hinhören.. Dazwischen gibts sehr viele Soundscapes und recht abgedrehte Collagen, die stilistisch partiell durchaus an frühere Sachen von Autechre erinnern, sicherlich nicht unbedingt die schlechteste Empfehlung. Die Zielgruppe für dieses Album ist allerdings nur sehr schlecht auszumachen, was durchaus als Kompliment gemeint ist. ----SC
skug online, 19.02.2002 Not that bio but quite chipo. A real poor and useless record to me. Is this a demo for some new outdated technology or just the sound design of a noisy techno-ish bar? People: Why? (And of course it has to last for 73 minutes.) It made me feel like playing some Daft Punk right away in order to clear the situation. I can easily see why it has been named 2001. Enough. ----Noël Akchoté
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