de:bug #37, july 2000 Neuigkeiten aus dem Berliner Osten. Zorn, ein Windows-basiertes Laptopmännchen, schnippt sechs überirdisch funkige Killer aus dem Ärmel. 'Aromatic Duck' brettert ordentlich los, hat eine digitale Fahne, die 100 Meter gegen den Wind pixelt, spielt mit wunderbar weit weg erscheinenden Dubakkorden, die eh schon mehr sagen als 100 Bassdrums, und futzt eine derartig lässige Klimperei obendrüber, dass es die reine Freude ist. Ein Hit, ein echter. 'Selectric++' ist dann viel ernster. Zu unheimlich, leicht kränklich wirkenden Harmonien fährt der Beat Paternoster. Klar, dass ihm irgendwann schlecht wird und er einfach umfällt. 'Vurt Diving (Blue)' macht das alles wieder gut. Herrlich klar und halftimig klingt der Track wie ein Federballspiel beim Sonnenuntergang auf der Freifläche gegenüber von 2030 Grand River. 'Knottel' ist der Megahit, ein echter Knüller. So gut, dass man ihn gar nicht in Worte fassen kann, denn er wird sowieso die derzeit so beliebte Idee der Dubästhetik komplett über den Haufen werfen und die Karten neu mischen. Ich will tanzen. Sofort. Das 'Kanumädchen' schlufft in ihrem Boot sehr lässig über den Fluss und dreht immer unter den Brücken ihren Ghettoblaster richtig auf und denkt dabei an ihren Lieben daheim. Ein Freischwimmertraum mit viel Hall. 'Vurt Diving (Yellow)' schließlich ist wieder einer dieser tatzig tappsigen Groovestepper, die einen auf die Tanzfläche ziehen, ohne wenn und aber alle Frickler ins Aus katapultieren und von mir aus immer weiter gehen könnte. Gehört zum besten, was Berlin zur Zeit so zu bieten hat. 5/5 ----Thaddi
groove #66, oct./nov. 2000 6 Stücke, zusammen knapp eine halbe Stunde lang, allesamt einem zierlichen Laptop entlockt irgendwo zwischen den Datenwirrnissen Berlins und Kölns, Stichwort Kompakt. Natürlich ist das frickelig und natürlich ist das keine Tanzmusik, aber der Anteil der verdaddelten Tracks (wie zum Beispiel der holprige Opener "Aromatic Duck") ist auffallend gering, ja hier hat jemand tatsächlich Atmosphärisches aus der Festplatte gezaubert. "Knottel" ist gar ein richtiger Hit, sodass es davon bald noch eine Remix-12" mit befreundeten Berlinern geben wird. ----Hauke Schlichting
auf abwegen #30, winter 2000-01 Zorn ist Artificial Duck Flavour [no!!]. Auf seiner EP erzählt er schöne Geschichten. Am besten gefiel mir die vom Kanumädchen, die in dubbigen Gewässern mit ihrem kleinen Elektromotor einherschippert. Die anderen Tracks bewegen sich zwischen Tiefgaragenbeats und Homelistening: schön arrangiert und detailverliebt. Eine weitere Spitzenveröffentlichung bei Lux Nigra. ----Yves
urb #84, may 2001 Lux Nigra plays a central role in the new underground of Berlin, next to labels like Morr Music. But their material sounds nothing like the latter's delicate, pastoral melodies. Zorn's "Knottel" is a deceptively simple piece, with a sizzling, power-surge bounce lending the track a spheric groove. "Aromatic Duck" is a complex, heavily kick-drummed piece with water droplets running through the mix and synth chords inserted into a roots-dub stylee. ----Tim Haslett
copyright by the respective sources.