de:bug #41, november 2000 Neuigkeiten von Herrn Schikowski und sogar auf 7". Vier Tracks, wie sie rockender nicht sein könnten. 'Herzrasen' ist sowas wie die Rückkehr meines kleines Ponys, ballert gnadenlos auf dem Yamaha Soundchip rum, justiert kurz den Sternenhimmel, um auf der Weide genügend Zeit zu haben. Traumhaft. 'Philipstrack' (!) ist ebenso gnadenlos, aber knochentrocken, komplett verspuckt und alles andere als freundlich. Die andere Seite des Schikowski, rauh, nach vorne gehend, distorted. 'Amerikatze' glänzt mit einem vertrackten 6/8 Takt (blanke Vermutung), kullert durch das Ikea-Spielparadies, boxt dem Clown des Nachmittagsprogramms frech in den Bauch und übernimmt selbst die Vorstellung. Da möchte man sich auch mal wieder von seinen Eltern an der Information abholen lassen. 'Noch 12/8 Tage bis Jan kommt' ist so dramatisch, dass man sofort zum Telefon greifen will, um sich seiner gesunden Ankunft zu versichern. Großartig wie eigentlich immer. Schenkt Herrn Schikowski einen Erdbeersekt ein. 5/5 ----Thaddi
groove #68, feb./mar. 2001 Eine hyperventilierende Alleinunterhalterorgel pfeift sich die Langeweile und profunde Traurigkeit mit pseudofolkloristischer Fröhlichkeit aus dem Weg und begibt sich auf Berg- und Talfahrt. Musik wie die Verschrobenheit eines tschechischen Kinderfilms. Mit Melodien, die manchmal wie befreite Luftballons durchs Zimmer schwirren. Und auch bei dieser 7" mit dem liebevollen, aufklappbaren Comic-Strip-Cover reserviert Frederik Schikowski eins von vier Stücken ganz dem brachialen Beatgeklöppel: Low-Fi-Gabba im Bettkastenformat. Aber der Bettkasten wird splittern. ----Frank Geber
yot #13, feb./mar. 2001 Bester Titel, auf jeden Fall! Frederik Schikowski kitzelt aus seinem Yamahakeyboard Melodien, die mich trotz ihrer Fröhlichkeit ganz melancholisch machen. Wie es Timm Thaler wohl so geht? Diese Single sei auch Comicfans ans Herz gelegt. Mawil gestaltete das Booklet (richtig, keine schnöden Papierbögen!). Was Herrn Schikowski allerdings veranlasst mitten in seine Popperlen ein Industrialzahnarztpraxisgebratze zu plazieren, darüber will ich nicht nachdenken. Limitiert auf 777, der Teufel war's dann wohl doch nicht. ----René Margraff
yot #13, feb./mar. 2001 Click, click, dü, dü, duhhh, dü, dü, duhhh und die synthetischste Trompete der Welt, eigentlich heißt das kleine Liedchen "Amerikatze", erinnert mich dann doch eher an Mariachisound, könnte auch die elektronische Backingband von Calexico auf Speed oder LSD sein, ist aber von Frederik Schikowski und das erste Stück der B-Seite auf der liebevoll aufgemachten Single mit vier Stücken. Wieder weird. "Herzrasen", der Opener der A-Seite ist am aufregendsten. Und "Philipstrack" ist so eine Mischung aus digitalem Hardcore und Kanzleramtsound, der leider nie eine Technotanzfläche sehen wird, würde, glaub ich, auch gar nicht aufgehen, war auch bestimmt nie dafür gedacht. "Noch 12/8 Tage bis Jan kommt" ist dann das Ende und wird ausgefadet. Eigentlich eine eher nicht so wichtige Veröffentlichung, für mich aber trotzdem aufregend, ich weiß auch nicht genau warum.----Joerg Freitag
hayfever online (excerpts from a review of several records by skanfrom and frederik schikowski)
Frederik Schikowski und Skanfrom aka. Roger Semsroth sind zwei nette Künstler, die mir mit ihren elektronischen Spielarten von Musik gerade omnipräsent erscheinen, soll heißen: lots of Veröffentlichungen!!!
[...] Obwohl die Musik der beiden sich schon sehr ähnelt gibt es doch kleine aber feine Unterschiede.
Doch fangen wir mal genereller an. Skanfrom und Schikowski machen beide elektronische Musik, die nicht im steril-artifiziellen Kontext, der sonstigen IDM-Laptop Posse gesehen werden kann. Sie haben nämlich Leben und Melodien und zwar keine coolen, sondern kitschig-schöne. Beide haben auch einen Plastik-80s Einschlag und wecken leichte Erinnerungen an hektischere Kraftwerk.
So erst mal Schikowski: Er groovt schon ziemlich aufgedreht und hat die kitschigeren Melodien. Diese sind zähflüssig wie Honig und mindestens genauso süß. Trotzdem ist er ohrwurmtauglicher als Skanfrom und hätte vor 15 Jahren bestimmt jegliches Discopublikum zum Abgehen gebracht. Seiner tollen 7" "Ich möchte...(s.o.)" liegt ein kleines Comic-Buch bei, das gleichzeitig auch als Cover fungiert. Diesen Strips wohnt so viel grundguter Humor inne, dass es schon fast weh tut. Man wartet halt auf eine Pointe, die einen fordert und -schwupps- löst sich alles in einer kindergerechten, süßen Form auf und man fühlt sich auf einmal alt und zynisch, weil man mit so einer blöden Erwartungshaltung herangegangen ist. Gleiches gilt hier übrigens auch für die Musik.
[...]
Abschließend kann man sagen, dass sowohl Skanfrom wie auch Frederik Schikowski, abgesehen von den neuen full-lenghts, kitschige, gut recherchierte Retroelektronik machen ohne auch nur in Rufweite von Trash oder ähnlichem zu gelangen. Wenn beide jetzt noch weiterhin so freundlich zu ihrem Hörern sind, kann da eigentlich auch gar nichts mehr schief gehen. ----Philipp Bückle
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